Genossenschaft

  • 1997: Der alte Vierseitenhof in Kanin wird von der ersten Familie unserer Gemeinschaft gekauft und bezogen.
  • 1998 – 1999: Zwei Ställe werden zu Wohnungen umgebaut und im Haupthaus eine Wohnung renoviert und eine weitere ausgebaut. Diese Wohnungen werden zunächst vermietet.
  • 2009: Die Lauter Leben eG wird gegründet, der Hof wird an die Genossenschaft verkauft.
  • 2011 – 2013: Die bisher ungenutzte Scheune wird ausgebaut zu vier Wohneinheiten
  • August 2013: Die neuen Wohnungen in der Scheune werden bezogen und die Genossenschaft ist um drei Familien gewachsen

warum_genossenschaft_klein

Nachdem der Hof viele Jahre in Privatbesitz war und die ausgebauten Wohnungen in wechselnder Konstellation vermietet worden waren, erwuchs der Wunsch nach einer besseren Verteilung der Verantwortung und der damit entstehenden Rechte und Pflichten unter den MitbewohnerInnen. Als Organisationsform fiel die Entscheidung bald auf die Genossenschaft. Aus unserer Sicht steht das Genossenschaftsmodell für maximale Mitbestimmung und Gleichberechtigung der Mitglieder. Die regelmäßig wiederkehrenden wirtschaftlichen Prüfungen durch den Prüfungsverband geben uns Sicherheit und Stabilität.

Die Grundzüge unserer Genossenschaft sind die Folgenden:

  • Die BewohnerInnen des Hofes sind Mitglieder der Genossenschaft und müssen bei Eintritt Genossenschaftsanteile in Abhängigkeit der Wohnfläche zeichnen.
  • Für die Wohnungen und die Gemeinschaftsflächen zahlen die Mitglieder Miete an die Genossenschaft. Von diesen Zahlungen werden hauptsächlich die langjährigen Kredite getilgt, mit denen die Genossenschaft den Kauf des Hofs finanziert hat.
  • Bei der Besetzung des Vorstandspostens haben wir uns für ein rotierendes System entschieden, d.h. alle zwei Jahre wird gewechselt. Ebenso verhält es sich mit dem Posten des Buchhalters. Vorteil: Jeder erhält einen Einblick in die Organisationsstruktur der Genossenschaft.
  • Entscheidungsgremium der Genossenschaft ist die Mitgliederversammlung, welche ca. drei bis viermal im Jahr tagt. Darüber hinaus treffen wir uns wöchentlich, um die alltäglichen Dinge der Genossenschaft und des Zusammenlebens zu organisieren.
  • Bei der Beschlussfassung bemühen wir uns um eine Entscheidungsfindung im Konsens.

Die Bewohner des Hofes vereinen Mieter und Vermieter in einer Person. Daraus erwächst ein hohes Maß an Verantwortung, da die wirtschaftlichen Interessen der Genossenschaft und die privaten Bedürfnisse unter Umständen nicht immer vereinbar sind.
Das folgende Beispiel veranschaulicht diese Situation: Ist eine Erhöhung der Miete notwendig, müssen wir als Mitglieder der Genossenschaft beschließen, die Miete für uns selbst als Mieter zu erhöhen. Hierbei können die Positionen der einzelnen Mitglieder stark auseinander gehen. Die Herausforderung besteht darin, diese einzufangen und zu einem Konsensbeschluss zu führen.
Bereits seit Gründung der Genossenschaft bemühen wir uns, diesem Problemfeld mit einer klaren Organisationsstruktur und regelmäßiger Supervision zu begegnen.



[catlist id=5 date=yes]